Unterhalt

Trennungsunterhalt

Nach der Trennung kann ein Ehegatte von dem anderen Trennungsunterhalt verlangen, sofern dieser leistungsfähig und der andere Partner bedürftig ist. Dazu müssen beide Ehepartner ihre Verdienste sowie andere Einkunftsarten offen legen, um den Anspruch zu berechnen. Auf diesen Anspruch kann nicht verzichtet werden. Grundsätzlich besteht auch noch keine Erwerbsobliegenheit des Partners. Nach Ablauf des Trennungsjahres werden erhöhte Anforderungen an den Partner gestellt. So muss er seine Erwerbsbemühungen nachweisen und auch hinsichtlich der Ehewohnung wird ein höherer Wohnvorteil angerechnet. Hierzu ist eine auf die Situation angepasste Beratung erforderlich, zu der Sie gern einen Termin vereinbaren können.

 

Nachehelicher Unterhalt

Nach der Scheidung sinkt die Verantwortung der Ehepartner für einander. Vor diesem Hintergrund gibt es nur noch unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Unterhalt nach der Scheidung.

Hier ist vor allem zu beachten, dass der Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes nur noch für die ersten drei Lebensjahre des Kindes geschuldet wird. Nach der Unterhaltsreform im Jahr 2009 ist dem betreuenden Elternteil nach Ablauf dieser Zeit wieder eine Vollzeittätigkeit zuzumuten. Soweit dies nicht möglich sein sollte, muss der betreuende Elternteil den entsprechenden Beweis erbringen.

Wird daher zwischen den Ehepartnern das „klassische” Familienmodell gewählt wird, in dem die Frau nicht arbeitet oder nur geringfügig beschäftigt ist, empfehlen wir dringend, den Abschluss eines Ehevertrages.

Weitere Unterhaltstatbestände sind Unterhalt wegen Alters, wegen Krankheit oder Gebrechen, wegen Erwerbslosigkeit oder auf Aufstockung, weil die Einkünfte aus einer angemessenen Erwerbstätigkeit nicht ausreichen, wegen Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung, wegen Unbilligkeit oder Bedürftigkeit.

Auch die nicht eheliche Lebensgefährtin hat einen Anspruch auf Betreuungsunterhalt für die ersten drei Jahre nach der Geburt des Kindes.

Für Ihre Fragen stehen wir in einem persönlichen Beratungsgespräch gern zur Verfügung.

 

Kindesunterhalt

Beim Kindesunterhalt wird nicht nach ehelichen oder nicht ehelichen Kindern unterschieden, sondern nach minderjährigen und volljährigen Kindern sowie privilegierten volljährigen Kindern, die sich noch in Ausbildung befinden.

Der ranghöchste Kindesunterhaltsanspruch steht den minderjährigen Kindern zu. Berechnet wird der Unterhaltsanspruch nach der Düsseldorfer-Tabelle. Zahlungspflichtig ist der Elternteil, bei dem die Kinder nicht leben. Der betreuende Elternteil erbringt seinen Unterhalt durch Pflege und Erziehung. Anders ist dies nur bei dem sog. „Wechselmodell“, wobei dies oft an der tatsächlichen Umsetzung scheitert. Beiden Eltern wird je die Hälfte des Kindergeldes angerechnet. Der Unterhaltsbetrag nach der Düsseldorfer-Tabelle soll den alltäglichen Bedarf des Kindes decken. Mehrbedarf und Sonderbedarf können extra geltend gemacht werden.

Wird das Kind volljährig, sind grundsätzlich beide Ehepartner zum Unterhalt verpflichtet. Hier hat eine neue Berechnung zu erfolgen.

Einzelheiten können wir gerne in einem persönlichen Termin klären.

 

Mehrbedarf

Mehrbedarf ist über einen längeren Zeitraum regelmäßig anfallender Bedarf, der die üblichen Kosten übersteigt. Sofern dieser sachlich begründet ist, haften beide Elternteile anteilig nach ihrem Einkommen.

 

Sonderbedarf

Sonderbedarf betrifft eine einmalige, außergewöhnlich hohe Zahlung, die nicht durch die allgemeinen Unterhaltsleistungen gedeckt ist. Auch hier haften bei sachlicher Begründung beide Elternteile anteilig nach ihrem Einkommen.