Anonymität des leiblichen Vaters bei Samenspende

14.02.2013 | Einem anonym durch Samenspende gezeugten Kind soll der Name des leiblichen Vater bekannt gegeben werden.

Der verantwortliche Arzt muss einem anonym durch Samenspende gezeugten Kind den Namen des leiblichen Vaters nennen. Dies entschied das Oberlandesgericht Hamm mit Urteil vom 06.02.2013 (Az: I-14 U 7/12). Damit hat eine eine 21 Jahre alte Frau, deren Mutter sich durch eine anonyme Samenspende hatte befruchten lassen, Recht bekommen.

In ihrer Entscheidung werteten die Richter das im Grundgesetz festgelegte Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit des Kindes und dessen Menschenwürde höher als das Recht eines Spenders auf Anonymität. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der Mediziner hatte sich auf die vereinbarte Anonymität und auf seine ärztliche Verschwiegenheitspflicht berufen. Die Richter entschieden nun, dass das Geheimhaltungsinteresse hinter dem Interesse des Kindes auf Auskunft zurück treten muss.

Seit 2007 trifft die Mediziner hinsichtlich sämtlicher Daten eine Aufbewahrungspflicht von 30 Jahren. In Deutschland hat jeder Mensch einen Anspruch auf Kenntnis aller verfügbaren Informationen über seine Abstammung. Dies hat das Bundesverfassungsgericht bereits 1989 entschieden.